Einen Honorarberater in 3 Schritten auswählen

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Inhaltsverzeichnis

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Das Wichtigste auf einen Blick

Vorwort

In unserem letzten Beitrag „So finden Sie einen echten Honorarberater“ haben wir erklärt, woran Sie einen echten Honorarberater erkennen und wo Sie ihn finden.

Haben Sie nun einen oder mehrere Honorarberater ins Auge gefasst? Klasse! Dann gilt es jetzt herauszufinden, ob er auch zu Ihnen passt. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei Ihrer Auswahl achten sollten.

Schritt 1: Spezialisierung checken

In der Finanzbranche herrscht sehr oft das sog. Bauchladenprinzip. Frei nach dem Motto: „ich mach alles, ich kann alles“. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Niemand kann sich in sämtlichen Bereichen bestens auskennen. Das kennen Sie selbst aus der Medizin, indem Sie von Ihrem Hausarzt bei einer bestimmten Diagnose an einen Facharzt überwiesen werden.

Checken Sie also, ob der Honorarberater auf Ihr persönliches Anliegen spezialisiert ist.

Das können Sie sehr schnell auf seiner Homepage herausfinden. Schreibt er zudem regelmäßig Blog-Beiträge? Ist er in den Medien vertreten, sei es durch Fachbeiträge oder Interviews? Hält er Vorträge zu Ihrem Thema? Decken sich Kundenbewertungen? Hat er ein Expertennetzwerk, um zu unterstreichen, dass er sich nicht auf Themenfelder begibt, die seine Kompetenz übersteigen?

Schritt 2: Kennenlerngespräch vereinbaren

Wenn Sie hinter die Spezialisierung einen Haken machen können, sollten Sie als nächstes ein persönliches und kostenfreies Kennenlerngespräch vereinbaren. Denn abseits der Fachlichkeit sollte die Chemie zwischen Ihnen beiden stimmen. Schließlich sollten Sie sich beide in einer Zusammenarbeit wohlfühlen. Und da Sie sich kurz über lang öffnen müssen, sollten Sie ein gutes Gefühl und keine Hemmungen haben.

Er sollte Ihnen viele Fragen stellen, um Sie und Ihre Situation zu verstehen. Und ganz wichtig ist, dass er Sie fragt, welche Erwartungshaltung Sie an eine Zusammenarbeit haben. Diese Frage stellen – zumindest unserer Erfahrung nach – Dienstleister sehr oft nicht. Das ist aber so wichtig, damit der Mandant dauerhaft zufrieden ist.

Gleichwohl sollte der Berater auch seine Spielregeln offen kommunizieren. Denn auch dem Berater muss die Zusammenarbeit mit Ihnen Spaß machen. Und wenn das nicht so ist, ist seine Motivation Höchstleistung zu erbringen eher gering und er geht wahrscheinlich auch nicht immer ans Telefon wenn Sie anrufen – weil er einfach keine Lust auf Sie hat.

Schritt 3: Honorarmodell prüfen

Bei der Honorargestaltung gibt es große Unterschiede. Angefangen vom Stunden- oder Pauschalhonorar, über Honorar nach Gegenstandswert bis hin zum Vermittlungshonorar.

Wenn Ihnen nur ein Vermittlungshonorar angeboten wird, sollten sämtliche Alarmglocken bei Ihnen schrillen. Denn das ist nichts anderes als eine Art Provision. Hier geht es also gar nicht darum, Sie ergebnisoffen zu beraten und eine Planung aufzustellen, sondern Ihnen nur ein entsprechendes Produkt zu vermitteln. Hier hatten wir neulich sogar eine Diskussion mit einem „Pseudo-Honorarberater“. Wir fragte ihn, wie er sein Honorar berechnen würde. Seine Antwort war erschreckend. Er sagte: „ich rechne dem Mandanten vor, was er z.B. bei einer Rentenversicherung normalweise an Provision bezahlen würde und mein Honorar sind dann 70-80% davon. Das ist ja immer noch besser.“ Wir persönlich empfinden das als Abzocke. Denn: nur weil es andere gibt, die einen über den Tisch ziehen, kann man sich doch bitte nicht daran orientieren.

Ein Honorar nach Gegenstandswert halten wir auch für bedenklich. Und zwar nicht nur bei Honorarberatern, sondern auch bei Rechtsanwälten, Steuerberatern, Immobilienmaklern usw. Denn die Höhe des Gegenstandswertes bzw. des Vermögens beeinflusst nicht zwangsläufig den zeitlichen Aufwand. Das gilt sowohl für die erste Beratung als auch die spätere Betreuung. Wir können aus Erfahrung sagen, dass es definitiv keinen Unterschied macht, ob man einen Mandanten berät, der vermögend oder sehr vermögend ist oder erst auf dem Weg ist, es zu werden. In der Betreuung gibt es auch keinen Unterschied, ob man 100.000 oder 1 Million Euro in der Verantwortung hat. Es kommt nämlich auf den Menschen an. Tatsächlich kam es bei uns schon vor, dass Anleger mit kleineren Vermögenswerten deutlich mehr Zeit beanspruchten. Finden Sie es gut, dass Sie mehr bezahlen müssen, nur weil Sie mehr „mitbringen“?

Bleibt also noch das Stunden- und Pauschalhonorar übrig. Diese beiden Modelle finden bei echten Honorarberatern Anwendung. Mit echter Honorarberatung ist gemeint: Zeit gegen Geld. Bei einem Stundenhonorar müssen Sie mit 150 – 300 Euro pro Stunde rechnen – wenn nicht sogar eher 200-300 Euro. Das kosten nun mal richtig gute Berater bzw. Spezialisten. Das Problem beim Stundenhonorar ist, dass man einen kleinen Freifahrtschein ausstellt. Deshalb sind wir ein absoluter Befürworter des Pauschalhonorars. Weil dann können Sie ganz genau planen, welche Kosten auf Sie zukommen. Sie brauchen keine Sorge haben, dass die Rechnung ins Unermessliche steigt, weil Sie zahlreiche Fragen haben oder sehr betreuungsintensiv sind. Natürlich können Sie jetzt auch sagen, dass das Pauschalhonorar üppiger kalkuliert wurde als vielleicht nötig war. Entscheiden Sie selbst, welche Variante Ihnen besser gefällt.

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Fazit

Ein auf Ihr Anliegen ausgewiesener Spezialist, mit dem Sie auf einer Wellenlänge sind und der seine Leistung pro Stunde oder pauschal fakturiert ist für Sie die richtige Wahl.

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