Das Wichtigste auf einen Blick
- Viele Menschen haben unzählige Konten und Depots, das zu Unübersichtlichkeit und oft unnötig hohen Kosten führt
- Klassische Banken wie Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank usw. haben hohe Kontoführungsgebühren und zahlen geringe Zinsen
- Direktbanken wie comdirect, DKB oder ING haben kostenlose Girokonten und zahlen nur temporär höhere Zinsen
- Attraktive Tagesgeldangebote sind auf der Zinsplattform Raisin oder bei Neobrokern wie Scalable Capital zu finden
- Attraktive Festgeldangebote sind ebenfalls auf der Zinsplattform Raisin zu finden, während sich Festgeld mit zunehmender Laufzeit aktuell weniger lohnt
- Sparbuch und Bausparvertrag haben meist extrem geringe Zinsen und eignen sich daher nicht als Vermögensanlage
- Bei einem Depot sind geringe Kosten besonders wichtig, sodass Neobroker wie Scalable Capital und Smartbroker zu empfehlen sind
- Die einfachste Konto- und Depotstruktur besteht aus zwei Banken und drei Produkten
Vorwort
Wenn Neukunden zu mir kommen, haben Sie meist unzählige Konten und Depots – oft sogar bei mehreren Banken. Dadurch verlieren sie nicht nur den Überblick, sondern es kostet sie auch richtig viel Geld – wie viel ist den meisten überhaupt nicht bewusst. Von daher zeige ich Ihnen in diesem Beitrag wie Sie konnten und Depots ordnen, Gebühren senken und Zinsen erhöhen können.
Das übliche Bank-Chaos
Viele Menschen sind auch im Jahr 2026 noch Kunde bei einer klassischen Bank – also Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank und so weiter. Dort haben sie dann ein Girokonto, Tages- und Festgeld, Sparbuch, Bausparvertrag und ein Depot. Parallel dazu haben sie dann auch noch bei Direktbanken Tages- und Festgeld und ggf. ein weiteres Depot. Natürlich gibt es auch Menschen, die inzwischen alles bei Direktbanken haben. Doch beide Gruppen verbindet am Ende dasselbe Problem: es wird unübersichtlich und es kostet oft unnötig viel Geld.
Und? Erkennen Sie sich wieder? Dann lassen Sie uns jetzt gemeinsam Ihr Bank-Chaos aufräumen. Wenn wir fertig sind, werden Sie eine übersichtliche Konto- und Depotstruktur mit in vielen Fällen geringeren Gebühren und höheren Zinsen haben, die im einfachsten Fall aus zwei Banken und drei Produkten besteht.
Girokonto
Als erstes brauchen Sie natürlich ein Girokonto für Ihren Zahlungsverkehr. Das würde ich aber nicht bei einer klassischen Bank lassen, weil Sie dort hohe Kontoführungsgebühren haben. Die betragen um die 120 Euro im Jahr – also 1.200 Euro auf 10 Jahre. Diese Gebühren können Sie sich komplett sparen, indem Sie ein kostenloses Girokonto bei einer Direktbank wie zum Beispiel comdirect, DKB oder ING eröffnen.
Zwar ist das für Vermögende kein Gamechanger, nur ich kennen niemanden, der jeden Monat einfach so 10 Euro auf die Straße fallen lässt – und Sie wahrscheinlich auch nicht, oder?
Ein Girokonto ist in der Regel ausreichend – außer Sie leben in einer Partnerschaft, dann kommt ggf. noch ein weiteres Girokonto in Form eines Gemeinschaftskontos hinzu.
Tagesgeldkonto
Als Nächstes brauchen Sie ein Tagesgeldkonto für Geld, das kurzfristig verfügbar bleiben soll. Dazu gehören zum Beispiel Ihre Notfallreserve und ein Cash-Puffer für die Entnahmephase im Ruhestand. Das würde ich aber auch nicht bei einer klassischen Bank lassen, weil die Zinsen dort derart gering sind, was man schon als Frechheit bezeichnen kann. Das muss man sich mal vorstellen: Sie bezahlen für Ihr Girokonto hohe Gebühren und bekommen als Dankeschön geringere Zinsen als bei Direktbanken oder Neobrokern. Ein konstanter Zinsunterschied von zum Beispiel 2% macht bei 100.000 Euro direkt im ersten Jahr 2.000 Euro aus – auf 10 Jahre mit Zinseszinseffekt sind das fast 22.000 Euro.
Das Problem bei Direktbanken ist jedoch, dass die signifikant höheren Zinsen meist nur für einen bestimmten Zeitraum gelten, sodass sie ständig die Bank wechseln müssten, um immer attraktive Zinsen zu erhalten. Dieses Tagesgeld-Hopping können Sie umgehen, indem Sie ein Tagesgeldkonto zum Beispiel über die Zinsplattform Raisin oder bei einem Neobroker wie Scalable Capital eröffnen.
Ein Tagesgeldkonto ist in der Regel ausreichend – außer Sie möchten mehr als 100.000 Euro in Tagesgeld anlegen. Denn dann bräuchten Sie wegen der Einlagensicherung mehrere Tagesgeldkonten bei mehreren Banken. Das können Sie ebenfalls umgehen, indem Sie ein Tagesgeldkonto bei Scalable Capital eröffnen. Denn mit prime+ erhalten Sie bis zu fünf mal Einlagensicherung und können also dort bis zu 500.000 Euro anlegen und bekommen aktuell 2,5% Zinsen.
Festgeldkonto
Höhere Zinsen gibt es in der Regel auf einem Festgeldkonto. Dort können Sie Geld anlegen, das Sie erst zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen. In dem aktuellen Zinsumfeld ist der Zinsunterschied zwischen den unterschiedlichen Laufzeiten jedoch nur sehr gering, sodass sich Festgeld mit zunehmender Laufzeit aus meiner Sicht derzeit nicht lohnt. Wenn Sie aber fallende Zinsen erwarten und sich einen bestimmten Zinssatz für längere Zeit sichern möchten, können Sie das natürlich tun. Attraktive Angebote finden Sie ebenfalls auf der Zinsplattform Raisin. Wenn Sie mehr als 100.000 Euro in Festgeld anlegen möchten, brauchen Sie wegen der Einlagensicherung auch hier mehrere Festgeldkonten bei mehreren Banken.
Sparbuch & Bausparvertrag
Ein Sparbuch und Bausparvertrag, für viele immer noch sichere Geldanlagen, eignen sich wegen der meist extrem geringen Zinsen nicht als Vermögensanlage. Wenn Sie solch alte Schätze haben und die Verzinsung inkl. möglicher Zuschüsse unter der Verzinsung von einem guten Tagesgeld liegt, weg damit.
Depot
Und last but not least brauchen Sie ein Depot für Ihr Geld, das langfristig am Kapitalmarkt arbeiten kann, um höhere Erträge als auf dem Geldmarkt zu erzielen. Hier sind geringe Kosten wie Depotführungsgebühren und Transaktionskosten besonders wichtig, weil sie die Rendite schmälern. Aus diesem Grund sind Neobroker wie Scalable Capital und Smartbroker zu empfehlen.
Ein Depot ist in der Regel ausreichend – außer Sie möchten unterschiedliche Anlagestrategien bewusst voneinander trennen.
Fazit
Die einfachste Konto- und Depotstruktur ist also eine Bank für Ihren Zahlungsverkehr mit einem kostenlosen Girokonto bei zum Beispiel comdirect, DKB oder ING und eine Bank für Ihr Vermögen mit einem gut verzinsten Tagesgeldkonto und einem kostengünstigen Depot bei zum Beispiel Scalable Capital. Hinzu käme nur noch Festgeld und das wars.






