Weltuntergangsszenario: Wie investiere ich richtig?

Die Frage eines Steuerberaters, der Teilnehmer auf einem unserer Vorträge war, nimmt der Autor zum Anlass dieses Beitrages. Er teilte per Email mit, dass er zwei Mandanten habe, die gerne Konten im außereuropäischen Ausland eröffnen möchten, um dort Staatsanleihen zu erwerben. Grund ist die überall geschürte Angst vor einem Währungsverlust. Aktuell investiere man schon viel in Edelmetalle sowie Grundstücke im Ausland. Und jetzt wäre die Eröffnung von ausländischen Konten gewünscht, um kurzlaufende ausländische Staatsanleihen zu erwerben. Allen gemein ist der Verlust des Vertrauens in den Euroraum.


Aufgrund der Verwunderung des Autors, suchte er das telefonische Gespräch mit dem Steuerberater. Dieser konkretisierte dann die Gedankengänge seiner Mandantschaft. Diese seien insbesondere:


- Angst, dass sich der deutsche Staat bei einer Staatspleite an dem Vermögen deutscher Anleger, das bei deutschen Banken gelagert wird, bedient, um sich zu konsolidieren

- Schlechte Erfahrungen mit von Banken/Anlageberatern vermittelten Geldanlagen wie Lebensversicherungen, Fonds und Schiffsbeteiligungen


Der Steuerberater spricht dem Autor von der Seele, dass bei der Strukturierung von Vermögenswerten ganzheitlich agiert werden muss. Weiterhin sieht er die Vorhaben seiner Mandantschaft grds. kritisch, wenngleich aus seiner Sicht sehr vermögende Anleger wohl ähnlich agieren würden. Warum sollen nicht auch kleinere Anleger ähnlich vorgehen können.


Folgende Gedankengänge wurden als kritische Impulse gegeben:


- Welche Garantie hat man als Anleger, dass ein außereuropäischer Staat nicht ebenfalls eine Staatspleite erleiden kann?

- Welche Garantie hat der Anleger, dass sich der außereuropäische Staat in solch einem Fall nicht auch am Vermögen von Anlegern bedient?

- Hat der Mandant die Expertise, Wertpapiere selbst auszuwählen?

- Warum sind Staatsanleihen im Fokus und keine Aktien bzw. keine Kombination aus beidem?


Die letzte Fragestellung soll nun näher beleuchtet werden:


Staatsanleihen verbriefen eine Schuld bei dem Anleger, der Staatsanleihen kauft, dar. Zur Erfüllung seiner Schuld, der Zins- und Rückzahlung, ist die Bonität des Staates maßgeblich. Umso höher die Bonität, desto niedriger ist der Zins, da das Ausfallrisiko des Emittenten niedrig ist – und umgekehrt. Dies wird durch das aktuelle Zinsniveau besonders deutlich. Die Zinsen kurzlaufender Staatsanleihen mit hoher Bonität bewegen sich an der Nulllinie entlang – und das nicht nur in Deutschland bzw. der EU, sondern weltweit. In Krisenzeiten, also wenn die Leitzinsen eines Staates gesenkt werden, kann der Anleger von steigenden Anleihenkursen profitieren.


Aktien stellen wiederum das Miteigentum an einem Unternehmen dar. An den erzielten Gewinnen partizipieren Anleger in Form von Dividenden. Kurssteigerungen ergeben sich aus dem Eigenkapital, den Ertragsaussichten und dem wahrgenommenen Risiko sowie letztlich durch Angebot und Nachfrage. Werden Aktien zu einem höheren Preis ver- als gekauft, werden neben den Dividenden Kursgewinne erzielt. Alles in allem partizipiert der Aktionär, wenn er weltweit Aktien hält, an der Weltwirtschaft.


Wenn man aber auf Basis eines „Weltuntergangsszenarios“ nur Staatsanleihen kauft, gibt es Folgendes zu beachten:


Ein Staat erzielt seine Einnahmen insbesondere durch Steuern und Zölle. Also ist eine funktionierende Wirtschaft wichtig, damit der Staat Geld einnimmt. Dies ist wichtig, damit er wiederum seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Wären also bei einem Horror-Szenario alle Aktien – weltweit oder im außereuropäischen Ausland – zeitgleich wertlos, wäre das das Ende der Wirtschaft. Also würde der Staat keine Einnahmen mehr erzielen.


Dann hat er nun zwei Möglichkeiten:


1. (weitere) Senkung der Leitzinsen

2. Geldmenge erhöhen (Geld drucken)


Die Senkung der Leitzinsen ist ein erster Versuch die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Quasi wie es aktuell der Fall ist. Anlegerseitig ist mit Zinsen bei noch bonitätsstarken Staaten dann kein Geld zu verdienen, maximal mit möglichen Kurssteigerungen der gehaltenen Staatsanleihen. Zu sagen ist, dass bei kurzlaufenden Anleihen das Kurssteigerungspotential eher mäßig ist.


Der Aktienmarkt wird durch die Senkung von Zinsen, wie es bspw. ganz aktuell in den USA zu beobachten ist, beflügelt. Grund ist, dass sich Unternehmen für weniger Geld Kredite beschaffen können und die Wertschöpfungskette somit ausbauen. Also werden wieder Aktien gekauft, den Unternehmen weiteres Kapital zur Verfügung gestellt. Durch positive Ertragsaussichten steigen die Aktienkurse.


Ist der Staat jedoch wegen existenzieller Bedrohung gezwungen, Geld nach freiem Belieben zu drucken, erhöht er damit nicht nur die Inflation, sondern muss wegen seinem hohen Ausfallrisiko Anleihen mit hohen Zinsen begeben, um Anleger für das Eingehen des hohen Risikos zu entschädigen. Zwar würden Anleger von den hohen Zinsen neuer Anleihen profitieren, verfehlen dann aber letztlich das ursprüngliche Ziel: Sicherheit.


Aktienkurse können dann natürlich wegen politischer Unsicherheiten unter Druck geraten, was aber letztlich auch wieder als Chance gesehen werden kann, indem Aktien günstig gekauft werden können.


Schaut man sich die Renditeaufzeichnungen des S&P 500 Index, in dem die 500 größten Aktien-Unternehmen Amerikas enthalten sind, so stellt man fest, dass die annualisierte Rendite von 1926 bis 2018 pro Jahr bei über 10% (!) liegt – trotz Kriegen und Weltwirtschaftskrisen.


Aber auch wenn man nicht an Europa glaubt: wir leben in einer Zeit der Globalisierung, in der es etliche wirtschaftliche Verflechtungen gibt. Fakt ist: würde Europa in die Knie gehen, wird es nicht spurlos an dem außereuropäischen Ausland vorbei gehen.


Angst und Gier sind eines der Treiber für falsche Anlageentscheidungen. Viele Produktgeber schüren Angst, um deren Produkte zu verkaufen. Das ist insbesondere bei Vertrieben von Edelmetallen zu beobachten. So haben Anleger bspw. bei PIM Gold investiert und stellen nun fest, dass Gold, welches sie gekauft haben, gar nicht da ist.

Beachten Sie zwingend für eine erfolgreiche Geldanlage folgende Regeln:


1. Lassen Sie die Märkte für sich arbeiten

2. Anlegen hat nichts mit Spekulieren zu tun

3. Sehen Sie Ihre Geldanlage langfristig

4. Berücksichtigen Sie die Antriebskräfte der Renditen

5. Streuen Sie Ihr Geld intelligent

6. Versuchen Sie nicht Märkte zu timen

7. Beherrschen Sie Ihre Emotionen

8. Lassen Sie sich nicht von den Medien beeinflussen

9. Halten Sie Kosten niedrig

10. Wählen Sie einen Honorarberater


Eine gute Anlagestrategie lässt sich mit Anlageklassen- und Indexfonds/ETF gut umsetzen. Mit ein Grund, warum institutionelle Anleger oder Staatsfonds dies erfolgreich tun.


Diese Produktart ist maximal langweilig, nicht sonderlich kreativ und bietet keinen Gesprächsstoff abends an der Theke. Aber: Sie verschafft die für Sie notwendige Rendite bei überschaubarem Risiko und maximaler Transparenz.


Selbstverständlich wird jede Angst eines Anlegers ernst genommen und soll keinesfalls heruntergespielt werden. Im Gegenteil: als unabhängiger Honorarberater, der keine Provisionen erhält, ist die Mission, Mandanten vor Fehltritten zu bewahren, die aus Emotionen wie Angst und Gier, schlechter Erfahrungen oder Vernachlässigung von Zusammenhängen entstehen.


Termin unter: 0221-93282160 oder info@rheinplan.finance

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