Mit der ersten Million hat es nicht geklappt, also fange ich direkt mit der zweiten an

Dass diese spaßige Floskel vollkommen sinnfrei ist, liegt auf der Hand. Doch eigenen Recherchen zufolge praktizieren über 90% aller Anleger und Sparer genau dieses Prinzip bei der Geldanlage. Woran wir das festmachen, erläutern wir in dem nachfolgenden Beitrag.


Die durchschnittliche Anlegerrendite in Deutschland liegt in etwa bei mickrigen 3% pro Jahr. Das hört sich bei dem aktuellen Zinsniveau gut an. Doch das Gegenteil ist der Fall. Unterstellt man eine Inflationsrate von großzügigen 3% pro Jahr, so sind bei Anwendung der Abgeltungssteuervorschrift 4,17% pro Jahr nötig, damit nach Steuern Kaufkrafterhalt funktioniert – also sind für den Vermögenszuwachs über 4,17% Rendite pro Jahr nötig. Dass sich die beliebten Geldanlagen der Deutschen wie das Sparbuch, der Bausparvertrag, das Tagesgeldkonto und die Lebensversicherung daher nicht eignen, wird nochmal deutlich.


Der mangelhaften Finanzbildung in Deutschland geschuldet, lassen sich Anleger mit Renditeversprechen jenseits der 6% p.a. ködern. Also wird Geld beispielsweise in konventionellen Fonds, Beteiligungen, Kryptowährungen und so weiter angelegt. Getreu dem Motto „Gier frisst Hirn“ werden wichtige Grundregeln bei der Geldanlage missachtet - insbesondere das Risiko/Rendite-Verhältnis und Kosten – also in teure Produkte mit sehr hohen Risiken investiert.


Doch für Renditen über 6% p.a. ist es überhaupt nicht notwendig, ein sehr hohes Risiko einzugehen bzw. auf Spekulation zu setzen. Das zeigt beispielweise das nachfolgende Renditedreieck des MSCI Germany (die 67 größten Unternehmen Deutschlands). Die diagonalen Jahreszahlen geben den Einstiegszeitpunkt, die vertikalen das Jahr, bis zum dem investiert wird, an.


Renditedreieck MSCI Germany 1990 - 2017

Anleger, die beispielsweise im Jahre 1990 Geld per Einmalanlage in diesen Index investiert hätten, hätten bis 2017 eine Rendite von 7,1% erzielt – pro Jahr! Und das ohne einen Fondsmanager oder Vermögensverwalter, der die „richtigen“ Wertpapiere sowie die „richtigen“ Kauf- und Verkaufszeitpunkte finden muss, damit aber hohe Kosten produziert, die widerum die Rendite schmälern.


Der Mehrheit der Fondsmanager und Vermögensverwalter gelingt es ohnehin nicht, auf Dauer besser zu sein als der Markt, wie man der nachfolgenden Grafik entnehmen kann (die Prozentzahlen geben an, wie viele es nicht schaffen den Markt zu schlagen). Hinzu kommt, dass man im Vorfeld nicht weiß, wer das Rennen machen wird.


Solange also Anleger noch nicht einmal die globalen Marktrenditen (sinnbildlich: die erste Million) realisieren, sollten diese nicht auf Geldanlagen setzen, die auf Spekulation basieren und es somit schwieriger haben, vergleichbare Renditen mit einem überschaubaren Risiko zu erzielen (sinnbildlich: die zweite Million).


Nach Auffassung des Autors haben insbesondere konventionelle Investmentfonds, die von Banken, Finanzvertrieben und Versicherungsvermittlern verkauft bzw. auch in Lebens-/Rentenversicherungen integriert werden, keine Daseinsberechtigung, solange die durchschnittliche Anlegerrendite in Deutschland nicht der Marktrendite entspricht.


Sind einem Anleger die dann vorherrschenden Renditen nicht genug, so kann er dann immer noch einen (kleinen) Teil seines Vermögens in vielversprechende Anlageprodukte investieren – aber nicht sein gesamtes, wie es heutzutage überwiegend leider bittere Realität ist.


Ihr Hauptvermögen erzielt aktuell nicht die Marktrenditen? Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen wie. Vereinbaren Sie Ihr Kennenlerngespräch unter 0221-93282160 oder info@rheinplan.finance.

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