10 Tipps für die Geldanlage

Die Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten, belegen Studien. Im europäischen Vergleich belegen wir den vorletzten Platz. Das Ergebnis: Mickrige Anlegerrenditen. Auch, weil sich die Finanzbranche unser Unwissen gezielt zu Nutze macht. Nachfolgend erhalten Sie wertvolle Tipps, die Sie von Bankern und Finanzberatern oft nicht bekommen, die aber über Ihren Anlageerfolg entscheiden.


1. Arbeitskraft absichern


Das Fundament einer soliden Vermögensplanung stellt Ihre Arbeitskraft dar. Sparen können Sie nur, wenn regelmäßig Geld in Ihren Haushalt fließt. Geld können Sie nur für sich arbeiten lassen, wenn Sie es nicht benötigen. Daher ist es unabdingbar Ihre Arbeitskraft mit einer Krankentagegeld(zusatz)- und Berufsunfähigkeitsversicherung ausreichend hoch abzusichern, da auch im Leistungsbezug Beiträge zur Krankenversicherung und Steuern zu entrichten sind. Nur das Nettoeinkommen abzusichern ist daher meist zu wenig.


2. Rücklagen bilden


Die nächste Priorität stellt eine eiserne Barreserve dar. Diese sollte drei bis sechs Ihrer Monatsausgaben betragen, auf die Sie jedoch nur in einem absoluten Notfall zurückgreifen. Hier empfiehlt sich ein einfaches Tagesgeldkonto, wenn auch die Verzinsung aktuell mickrig ist und die Inflation mit der Zeit für einen Kaufkraftverlust sorgt. So machen Sie sich unabhängig von Dispo & Co. und müssen im Notfall nicht Ihre Ersparnisse antasten, die für etwas anderes verplant sind.


3. Anlageziel und –dauer bestimmen


Haben Sie die Barreserve aufgebaut ist die Frage, für was und wann Sie Geld anlegen möchten. Aus dem Ziel leitet sich die Anlagedauer ab. Während zum Beispiel die Anschaffung eines neuen Autos eine kurze Anlagedauer hat, ist die Planung Ihrer Altersvorsorge eine langfristige Angelegenheit. Dieses Bewusstsein wirkt sich auf die Wahl der Anlageklassen aus.


4. Anlageklassen und –produkt festlegen

Für kurzfristige Anlageziele eignet sich ebenfalls der Geldmarkt, sprich das Tages- oder Festgeldkonto. Für langfristige Anlageziele hingegen sollten Sie zeitgleich auf Aktien, Immobilien und festverzinsliche Wertpapiere setzen, um Renditen oberhalb des Tagesgeldniveaus erzielen zu können. Am Einfachsten ist dies ist mit (börsengehandelten) Index- und Assetklassenfonds bzw. ETFs. So müssen Sie sich nicht selbst um die Auswahl der einzelnen Wertpapiere kümmern oder gar eine Immobilie kaufen. Da man nicht alle Eier in einen Korb legen sollte, wird auch die Risikostreuung für Sie übernommen. Keinesfalls sollten Sie Fonds mit aktivem Management wählen.


5. Risikobereitschaft ermitteln


Haben Sie sich richtigerweise dafür entschieden, Geld für Ihre langfristigen Ziele außerhalb des Tagesgeldkonto zu investieren, ist es wichtig zu überdenken, wieviel Risiko Sie sich nicht nur finanziell, sondern auch emotional leisten wollen. Risiko heißt hier keineswegs, dass Sie mit hochspekulativen Instrumenten abseits von Aktien, Immobilien und festverzinslichen Wertpapieren hantieren sollen, von denen Sie nichts verstehen. Hier meint Risikobereitschaft, wie gut Sie bspw. In einer Finanzkrise noch schlafen können. Wären Sie bspw. 2008/2009 zu 100% in Aktien investiert gewesen, hätten Sie einen zwischenzeitlichen Einbruch von durchschnittlich 50% erfahren. In solch einem Szenario ist dann Durchhaltevermögen gefragt, das Sie emotional nicht belastet.


6. Anlagestrategie erstellen


Fakt ist: nur Tagesgeld keine Rendite. Sie brauchen die oben benannten drei Anlageklassen – die Frage ist nur, wie Sie diese entsprechend Ihrer Risikobereitschaft gewichten. Ein ausgewogener Anleger könnte zum Beispiel eine Gewichtung 50% in Aktien von großen und kleinen Unternehmen sowie Immobilien und 50% in festverzinsliche Wertpapiere investieren. Jeweils weltweit versteht sich.


7. Anlagemantel wählen


Ihre Anlagestrategie können Sie entweder in ein Fondsdepot oder in eine Fondspolice einbetten. Neben den Unterschieden in der Besteuerung, Kostenstruktur und Transparenz gibt es einen sehr entscheidenden: das Eigentumsverhältnis im Falle der Insolvenz des Produktgebers. Während bei der Variante „Fondsdepot“ es stets Ihr Geld bleibt, so ist es bei der Variante „Fondspolice“ Geld der Versicherung. Zwar sollen Sie als Versicherter im Falle einer Insolvenz der Versicherung vorrangig behandelt werden, doch besteht hier ein nicht von der Hand zuweisendes Risiko. Auch sollten Sie nichts vermischen, sondern pro Anlageziel einen Anlagemantel wählen.


8. Kosten beachten


Eine alte Kaufmannsregel besagt: „Der Gewinn liegt im Einkauf“. Daher sind Kosten auch bei Altersvorsoge, Geldanlage und Vermögensaufbau ein sehr entscheidender Faktor. Ist ein Finanzprodukt aufgrund Provisionen für den Vermittler und Verwaltungskosten teuer, wirkt sich das negativ auf Ihre Rendite aus. Nur wann ist ein Produkt teuer und wann preiswert? Die Gesamtkostenquote inklusive aller Nebenkosten sollte bei höchstens ein Prozent im Jahr liegen. Das Problem: Solche Produkte bekommen Sie am Bankschalter oder beim Finanzberater in der Regel eher nicht oder nur auf Nachfrage empfohlen, weil der Vermittler damit eben kein Geld verdient. Deren Produkte fressen hingegen meist drei bis vier Prozent pro Jahr durch Kosten auf. Bei 6% Marktrendite kommen bei Ihnen nur 2-3% an. Abzüglich Inflation und Steuern ist das quasi eine Nullnummer. Schließen Sie daher keine Verträge auf Provisionsbasis ab! Haben Sie in der Vergangenheit bereits Lebens- oder Rentenversicherungen, Riester & Co. abgeschlossen, sollten Sie diese zwingend überprüfen und je nach Ergebnis zu handeln, damit Sie ggf. gutes Geld nicht schlechtem hinterher zu werfen.

9. Konsequenz leben


Halten Sie an Ihrer Strategie fest. Lassen Sie sich nicht von den Freunden, Bekannten und Beratern, die nur Ihr Bestes wollen, davon abbringen. Beherrschen Sie sich, wenn Ihr Portfolio zwischenzeitlich an Wert verliert. Das ist völlig normal. Fakt ist: Jede Änderung an Ihrer Strategie kostet Geld. Entweder in Form von Handelsgebühren oder von Verpassen von Rendite, weil Sie zur falschen Zeit auf die falsche Karte gesetzt haben.


10. Berater wählen


Wenn Sie alle Punkte lieber mit einem Berater erarbeiten möchten ist Folgendes wichtig: Viele bezeichnen ihren Banker, Finanzberater, Versicherungsmakler oder –vertreter als Berater. Doch, um es deutlich zu sagen: Es sind keine Berater, sondern Verkäufer von Finanzprodukten. Sie verdienen, wenn sie Ihnen ein Finanzprodukt vermittelt haben. Jemand ist erst dann ein Berater, wenn er sich unmittelbar von Ihnen via Honorar unabhängig von einer Vermittlung vergüten lässt. Nur dann besteht kein Interessenkonflikt und der Honorarberater empfiehlt Ihnen, was nur für Sie und nicht sein Portemonnaie gut ist.

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