Geldanlage für Unternehmen: So umgehen Sie Strafzinsen und erzielen Erträge

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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste auf einen Blick

Vorwort

Immer mehr Banken führen Strafzinsen – die richtige Bezeichnung lautet Verwahrentgelt – für Einlagen meist ab 100.000 Euro ein. Das betrifft nicht nur vermögende Privatkunden, sondern auch Unternehmen mit hoher Liquidität. Bei einem Cash-Bestand i.H.v. einer Millionen Euro und 0,5% Negativzins pro Jahr sind dies 5.000 Euro. Das sind Ausgaben, von denen man überhaupt nichts hat. Daher zeigen wir in diesem Beitrag auf, wie Sie Strafzinsen umgehen und sogar noch Erträge erzielen können.

Tagesgeld und Festgeld für Unternehmen

Der erste und einfachste Schritt ist, die permanent benötigte Liquidität auf Tagesgeld- und/oder Festgeld-Konten anzulegen. Tatsächlich existieren solche Angebote auch für Unternehmen und nicht nur für Privatpersonen. Hier sollten Sie verschiedene Angebote miteinander vergleichen. Nutzen Sie dafür Portale wie z.B. Weltsparen. Dort finden Sie Firmentagesgeld und Firmenfestgeld. Bei Tagesgeld erhalten Sie aktuell wenigstens 0,16% p.a. Zinsen (Bankhaus August Lenz) und bei Festgeld je nach Laufzeit bis zu 2,50% p.a. Zinsen. Aufgrund der gesetzlichen Einlagensicherung sollte das Engagement pro Bank – trotz solider Bonität – nicht mehr als 100.000 Euro betragen. Auch wenn der administrative Aufwand durch mehrere Konten steigt, so teilen wir die Auffassung, dass man leichter und schneller kein Geld verdienen kann, indem Minuszinsen in Positivzinsen umgewandelt werden.

Wertpapierdepot für Unternehmen

Den Teil Ihres Betriebsvermögens, auf den Sie längere Zeit – also mittel- bis langfristig – verzichten können, legen Sie in Wertpapiere in einem Unternehmensdepot an. Hier sollten Sie keinesfalls spekulieren. Spekulation liegt dann vor, wenn Sie sich auf einzelne Wertpapiere oder Branchen fokussieren oder gar hochriskante Wertpapiere wie Zertifikate kaufen. Das Zauberwort heißt hier Diversifikation – also höchstmögliche Risikostreuung. Und zwar nicht nur innerhalb von Anlageklassen, sondern auch über mehrere Anlageklassen hinweg.

Ein einfaches Portfolio kann beispielsweise aus den Anlageklassen Anleihen und Aktien bestehen. Als Finanzinstrumente eignen sich ETF (dt. börsengehandelter [Index-]Fonds). Einfach erklärt sind ETF das Spiegelbild bestimmter Indizes wie z.B. dem Dax. Natürlich gibt es zahlreiche Indizes für Regionen, Branchen und Themen. Für ETF sprechen die enorme Kosteneffizienz, hohe Transparenz und große Risikostreuung.

Bei der Anlageklasse Anleihen vertreten wir die Auffassung sowohl globale Staats- als auch Unternehmensanleihen mit jeweils einem Bonitätsrating von BBB und besser (Investmentgrade) sowie einer Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren zu wählen. Wichtig hierbei ist dann eine Währungsabsicherung auf Euro. Bei dem aktuellen Zinsniveau sind dann tatsächlich positive Renditen zu erwarten. Jedoch gilt es das Zinsänderungsrisiko zu beachten. Steigen die (Markt-)Zinsen, dann fallen die (Anleihen-)Kurse und umgekehrt. Dazu ein Beispiel: Steigen die Zinsen um 1%, so fallen die Kurse bei einer Durchschnittslaufzeit der hinterlegten Anleihen von 2,8 Jahren um etwa 3%. Fallen die Zinsen um 1%, steigen die Kurse um etwa 3%. (ceteris paribus)

Auch bei der Anlageklasse Aktien empfehlen wir eine weltweite Streuung auf Industrie- und Schwellenländer. Alle Unternehmensgrößen Large Caps (große Unternehmen), Mid Caps (mittelgroße Unternehmen) und Small Caps (kleine Unternehmen) sollten in der Anlagestrategie berücksichtigt werden. Auch hier eignen sich ETF sehr gut. Zu beachten ist, dass der Aktienteil deutlich schwanken und zu einem temporären Einbruch von rund 50% (Vergangenheitswert) führen kann. (ceteris paribus)

Steuerberater sind sich einig, dass laufende Erträge (Dividenden/Kupons) einfacher zu buchen sind, wenn diese als Ausschüttung erfolgen. Wählen Sie also bei den ETF ausschüttende statt thesaurierende Anteilsklassen, falls vorhanden.

Eine Vermögensallokation von einer Million Euro könnte wie folgt beispielhaft aussehen.

Tages-/Festgeld: 500.000€ (verteilt auf 5 Banken)

Anleihen: 400.000€

Aktien: 100.000€

Folgende Produkte eignen sich unser Ansicht nach nicht (Auszug): aktiv gemanagte Produkte/Strategien jeder Art (Aktienfonds, Geldmarktfonds, Mischfonds, Rentenfonds), Einzelwerte (einzelne Aktien/Anleihen), Geldmarkt-ETF, Eonia-ETF, Kryptowährungen, Zertifikate.

Fazit

Mit einer durchdachten Kombination aus Tages-/Festgeld bei mehreren Banken und einem Wertpapierdepot bestehend aus Aktien- und Anleihe-ETF vermeiden Sie Strafzinsen und erzielen Erträge.

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